Dienstag, 7. Juli 2015

Ein Böhnchen, ein Tönchen und viele Namen - die Saubohne!

Uralte Gemüsesorte - knackig, fein und frisch!



Wenn ich auf dem Wochenmarkt unterwegs bin und etwas Unbekanntes entdecke, dann probiere ich es fast immer auch aus. Manchmal schleiche ich noch ein bisschen drum herum, aber irgendwann muss ich es eben doch testen. So war es auch bei diesen kleinen Schätzchen.

Eine Delikatesse in Frankreich und obwohl sie zu den ältesten, bekannten Kulturpflanzen zählt, ist sie bei uns so gut wie in Vergessenheit geraten. Oft wird sie nur als Viehfutter angebaut und so kommt es auch, dass sie auf unserem großen und gut sortierten Wochenmarkt nur an ganz wenigen Ständen zu bekommen ist. Die Saison ist kurz! Sie beginnt mit der Johannisnacht (24.06.) und ist Mitte August meist schon wieder vorbei.

Man muss schon einiges an Mühe aufwenden, um an die kleinen Leckerbissen heran zu kommen, aber ich verspreche dir, es lohnt sich. Sie schmecken leicht süßlich und sind sehr zart. Wenn man sie aus der Schote befreit hat, muss man sie nur für ca. 5 min in kochendem Wasser blanchieren und dann kalt abschrecken. Die Bohne ist mit einer weißen Pergamenthaut umhüllt. Ich entferne diese, denn dann werden sie noch zarter und feiner. Wenn man Saubohnen in der Dose kauft, dann ist diese Schale noch dran. Ich habe es mit Haut getestet und fand die Bohnen dann zu hart. Daher nehme ich diesen weiteren Arbeitsschritt auf mich, um in den wahren Genuss zu kommen.

Die Böhnchen, die auch Puffbohne, Ackerbohne, Favabohne, Dicke Bohne oder Pferdebohne genannt werden, sind kerngesund. Sie enthalten viele Mineralstoffe (Calcium, Eisen je 8%) und 100g davon können fast unseren gesamten Tagesbedarf an Vitamin C decken. Sie sind kleine Proteinbomben (30%) und bringen außerdem auch einen hohen Kohlenhydratanteil von 50% mit. Noch sympathischer werden sie durch ihren geringen Fett- und Kaloriengehalt.

1998/1999 war die Saubohne sogar Gemüse des Jahres!

Achtung, aus 2 kg Bohnen in der Schote bekommst du am Ende nur ca. 500g heraus. Man kann sie problemlos einfrieren und sich so einmal die Arbeit machen und sie dann einfach schnell auftauen und genießen.

Damit du noch vor Ende der Saison die kleinen Leckerbissen testen kannst, hier ein leckeres, schnelles und einfaches Rezept mit Staudensellerie, der momentan ebenfalls Saison hat.


Puffböhnchen-Ciabatta







































350g Puffbohnen (entschotet, blanchiert und enthäutet)
100 g Staudensellerie
8 Scheiben Ciabatta
75 g veganer Reibekäse falls gewünscht, geht aber auch sehr gut ohne
1 EL Zitronensaft
6 EL gutes Olivenöl
Salz und Schnittlauchröllchen

Staudensellerie entfädeln und in sehr feine Scheiben hobeln. Je feiner, desto leckerer!
Mit den Bohnen, dem geriebenen Käse, 4 EL Olivenöl, Zitronensaft und Salz mischen. Die Ciabatta Scheiben toasten, mit den restlichen 2 EL Olivenöl bestreichen. Bohnengemüse auf den Scheiben verteilen und mit Schnittlauchröllchen garnieren. Lauwarm servieren.



Kommentare:

  1. Sieht lecker aus :) Ich mag die auch gern. Bei uns zu Hause hießen sie immer "dicke Bohnen" und waren als Kind nicht wirklich mein Leibgericht *lach* - aber mittlerweile esse ich vieles, was ich als Kind einfach nur eklig fand. Früher hat man allerdings auch oft das Essen so "kaputtgekocht" - vielleicht lag es daran, das ich so viele eigentlich leckere Dinge nicht mochte.

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    1. Ich glaube unser Geschmack verändert sich von Zeit zu Zeit. Ich mochte früher keine Karotten und heute esse ich sie fast täglich. Und ganz sicher wurde früher auch noch anders gekocht als heute. Ich bin inzwischen sehr experimentierfreudig und probiere vieles, was ich nicht mochte, wieder aus bzw. testen Lebensmittel, die ich bisher noch nie gegessen habe.

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